Richtlinien zum Umgang und zur Bewertung von Schülern mit besonderen Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und Schreibens

Klassen 3-9

1. Voraussetzungen für die Anerkennung einer Teilleistungsstörung

Eine Lese- und Rechtschreibestörung (Legasthenie) bzw. ein Lese- und Rechtschreibeschwäche (LRS) wird an der DSR angemessen berücksichtigt, wenn die folgenden Punkte erfüllt sind: 

  • Die Attestierung der Teilleistungsstörung muss durch die Eltern nachgewiesen und vorgelegt werden. Dazu bedarf es eines Gutachtens eines spezialisierten Facharztes bzw. Psychologen. Die offizielle Bestätigung über das Weiterbestehen der Teilleistungsstörung ist alle zwei Jahre vorzulegen.
  • Die Eltern müssen nachweisen, dass der Schüler eine zusätzliche, privat zu organisierende Förderung zur Behebung der Teilleistungsstörung erhält. 

2. Regelungen zum Umgang mit betroffenen Schülern 

Grundsätzlich unterliegen auch Schüler mit Legasthenie oder LRS den für alle Schüler geltenden Maßstäben der Leistungsbewertung. Davon abweichend wurden folgende Regelungen festgelegt, die den Schülern sowohl einen Nachteilsausgleich als auch einen Notenschutz gewähren. 

  • Mündliche Leistungen werden stärker gewichtet als schriftliche Leistungen.
  • Die Rechtschreibeleistung wird nur bewertet, wenn sie besser als die Note „ausreichend“ ist.
  • Diktate werden verbal bewertet.
  • Texte und Aufgaben werden größer fotokopiert.
  • Der Schüler bekommt bei der Bearbeitung von Aufgaben mit einem längeren Lesetext mehr Zeit. 

3. Regelungen nach einer abgeschlossenen Therapie 

Die DSR gewährt legasthenen Schülern, die eine Therapie abgeschlossen haben, einen Nachteilsausgleich und einen Notenschutz, wenn folgende Punkte erfüllt sind: 

  • Die Attestierung der Teilleistungsstörung muss durch die Eltern nachgewiesen und vorgelegt werden. Dazu bedarf es eines Gutachtens eines spezialisierten Facharztes bzw. Psychologen.
  • Nachweis einer mindestens 2-jährigen, abgeschlossenen Therapie.

4. Bemerkung im Zeugnis 

Wird bei einem Schüler die Teilleistungsstörung berücksichtigt, so steht der folgende Zusatz im Zeugnis

„Auf Grund einer fachärztlich festgestellten Lese- und Rechtschreibeschwäche  wurden Leistungen im Lesen und Rechtschreiben nicht bewertet.“

In der Klasse 10 (Einführungsphase)

Die Schule gewährt einen Nachteilsausgleich, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Attestierte Legasthenie.
  • Nachweis einer mindestens 2-jähringen Therapie bis einschließlich Klasse 9.
  • Einverständnis des Schulleiters.

Der Nachteilsausgleich sieht wie folgt aus:

  • Bei Klausuren, deren Grundlage ein Text ist, wird die Arbeitszeit um 15 % verlängert.
  • Die Schriftgröße der Texte ist 14.

Bei Abschlussprüfungen ist für einen Nachteilsausgleich eine Sondergenehmigung der KMK-Beauftragten notwendig.

In Klasse 11/12 (Qualifikationsphase)

Nachteilsausgleich, insbesondere bei Leistungsfeststellungen, wird auf schriftlichen Antrag der Schülerin oder des Schülers bzw. der Erziehungsberechtigten unter Vorlage eines fachärztlichen Attests beantragt. Die Entscheidung über den Einzelfallantrag liegt in der Qualifikationsphase und für die Abiturprüfungen bei der oder dem für die Schule zuständigen Beauftragten der Kultusministerkonferenz auf Grundlage des Antrags und der Stellungnahme der Schulleiterin oder des Schulleiters einschl. der Förderpläne und Vorschläge für konkrete Maßnahmen zum Nachteilsausgleich.

Generell ist darauf zu achten, dass diese Maßnahmen die spezifische Benachteiligung ausgleichen, ohne das Anforderungsprofil der Aufgabenstellung zu verändern. Das Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife enthält keine Bemerkung über die Gewährung eines Nachteilsausgleichs. In der gymnasialen Oberstufe und im Rahmen der Abiturprüfung ist ein Abweichen von den allgemeinen Grundsätzen der Leistungsbewertung nicht vorgesehen.

Ansprechpartner

Für die einzelnen Abteilungen sind: 

im KindergartenFrau Königstein
in der GrundschuleHerr Fischer
im GymnasiumFrau Rieger